
Christine Preuß, Frank Pohl, Jiri Vesterling, Jovan Stanimirov, Karin Köppen
Am Dienstag, den 07.07.2026, erhielt das Rahel-Varnhagen-Kolleg die offizielle Auszeichnung „Schule der Vielfalt“. Das bundesweite Netzwerk würdigt damit den Einsatz der Schule für einen respektvollen Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.
Frank Pohl, Landeskoordinator des Netzwerks stellte bei der Feierstunde die Ziele und Hintergründe der Initiative vor. Schulleiterin Christine Preuß betonte die Relevanz eines von gegenseitigem Respekt und Offenheit getragenen Schulalltags. Auch die Bürgermeisterin von Hagen, Karin Köppen (Grüne), appellierte in ihrem Grußwort an einen respektvollen Umgang mit allen Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.
Umrahmt wurde die Veranstaltung durch einen historischen Vortrag zu § 175 StGB von Elif Rahsan und Benedikt Pöppinghege (AStA) sowie durch musikalische Darbietungen von Jovan Stanimirov und Jiri Vesterling auf dem Akkordeon.


Den Anstoß zur Bewerbung um das SDV-Siegel hatte die Studierendenschaft selbst geliefert: Mehrfach hatten lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere (LSBTIQ+) Studierende im Unterricht sowie in Gesprächen mit der Schulsozialarbeiterin und Lehrkräften von schmerzhaften Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen auf dem ersten Bildungsweg berichtet. Auch im Rahmen der Ausstellung „Ungerechtigkeit zwischen den Zeilen. Diskriminierung sichtbar machen“ hatten sich Studierende künstlerisch mit diesen Erlebnissen auseinandergesetzt. Vor diesem Hintergrund entschied der AStA, dass sich die Schule aktiv um die Aufnahme in das SDV-Netzwerk bemühen und damit ein deutliches Zeichen gegen Queerfeindlichkeit setzen sollte.

Die bunten Hände der Studierenden des Rahel Varnhagen Kollegs stehen sinnbildlich für die Vielfalt unserer Schule.
Die Leinwände werden in der Schule aufgehängt.
Als Einrichtung des zweiten Bildungswegs ist die Studierendenschaft des Rahel-Varnhagen-Kollegs in vielerlei Hinsicht heterogen – hinsichtlich Herkunft, Alter und Bildungsbiografie ebenso wie hinsichtlich sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. Die Schule versteht diese Vielfalt als wertvolle Bereicherung für das gesamte Schulleben und möchte es allen Studierenden ermöglichen, ihre persönliche Identität frei von Diskriminierung oder Ausgrenzung zu leben.
Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen erscheint dieses Anliegen dringlicher denn je. Statistiken des BKA zeigen, dass sich politisch motivierte Straftaten mit den Tatmotiven „Sexuelle Orientierung“ und „Geschlechtsbezogene Diversität“ seit 2010 mehr als verzehnfacht haben. Am häufigsten handelt es sich dabei um Beleidigung, Volksverhetzung, Nötigung und Bedrohung – zusätzlich werden jedes Jahr mehrere Hundert Fälle von Körperverletzung und anderen Gewaltdelikten erfasst. Angesichts dieser Entwicklungen kommt Schulen als staatlichen Einrichtungen eine zentrale Rolle dabei zu, frühzeitig ein Bewusstsein für Respekt und Toleranz zu vermitteln, Diskriminierung zu verhindern und damit den Verfassungsauftrag zu erfüllen. Mit der Auszeichnung positioniert sich das Rahel-Varnhagen-Kolleg klar für Vielfalt, gegenseitige Wertschätzung und ein Miteinander ohne Ausgrenzung. Unsere Schulgemeinschaft ist stolz darauf, nun Teil des Netzwerks zu sein und betrachtet das Engagement für diese Werte auch zukünftig als klaren Auftrag.