
Frau Tijen Ataoğlu Abgeordnete für die CDU im Deutschen Bundestag besuchte das Rahel Varnhagen Kolleg, um sich über das Programm „Respect Coach“ zu informieren, das vom Bund initiiert wurde und Demokratiebildung sowie Antisemitismusprävention in Schulen fördert. Das Programm läuft Ende des Jahres aus.
Das Rahel Varnhagen Kolleg und das Albrecht-Dürer Gymnasium setzten sich gemeinsam mit der AWO als Träger des Programms für eine Verlängerung ein. Frau Ataoğlu machte zu Beginn der Gesprächsrunde, an der sowohl die beiden Schulleitungen als auch die Geschäftsführerin für den Märkischen Kreis der AWO und die beiden Respect Coaches des Albrecht-Dürer Gymnasiums (AD) und des Rahel Varnhagen Kollegs (RVK) teilnahmen, deutlich, dass sie die Themen Demokratiebildung und Antisemitismusprävention an Schulen sehr wichtig findet und die Arbeit der Respect Coaches schätzt. Allerdings konnte sie wenig Hoffnung machen, dass das Programm auf Bundesebene verlängert würde. Gleichzeitig stellt sie in Aussicht, dass sie einen Antrag auf der Landesebene von Seiten der CDU unterstützen würde.
Die Teilnehmenden der Gesprächsrunden gaben beim Besuch der Bundestagsabgeordneten einen Einblick in die Arbeit der beiden Respect Coaches am AD und RVK, die gemeinsam mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern an den jeweiligen Schulen Angebote entwickeln, die die Schülerinnen und Schüler direkt ansprechen und die Bedarfe der Lernenden aufnehmen. So konnte am Albrecht-Dürer Gymnasium dank des Respect Coaches Herrn Eyerund-Kopetzki die Ausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ gezeigt werden. In der Ausstellung wird gezeigt, wie die Nazis im dritten Reich medizinische Versuche an jüdischen Kindern vollzogen und diese dann kurz vor Kriegsende gezielt umbrachten, um keine Spuren zu hinterlassen. Die bewegenden Schicksale der Kinder wurden den Jugendlichen am AD durch die Ausstellung nähergebracht.
Am Rahel Varnhagen Kolleg entstand eine Ausstellung, die die Schülerinnen und Schüler mit dem Respect Coach Thomas Mecha selbst konzipiert haben. Im Mittelpunkt steht das Thema „Ungerechtigkeit“. Die Lernenden des Rahel Varnhagen Kollegs schildern anonym eigene Erfahrungen zum Thema Ungerechtigkeit. Ein Schüler erzählt beispielsweise, dass er aufgrund seines ausländischen Nachnamens große Schwierigkeiten hatte eine Ausbildungsstelle zu finden.
Frau Ataoğlu hatte Gelegenheit die Ausstellung „Ungerechtigkeit zwischen den Zeilen“ während ihres Besuchs am RVK kennenzulernen. Die Schülersprecherin des RVK stellte ein Fallbeispiel eine Schülers vor und Frau Ataoğlu berichtete, dass auch sie selbst bereits Ausgrenzung und Anfeindungen aufgrund ihres Nachnamens erfahren habe.

Das Fazit des Besuches viel am Ende eindeutig aus: Alle Anwesenden waren sich einig, dass die Förderung von Demokratieverständnis und gesellschaftlicher Teilhabe sowie Antisemitismusprävention an deutschen Schulen zentrale und wichtige Themen sind, die nicht allein durch Lehrkräfte an die Schülerschaft adressiert werden können. Es ist daher sinnvoll und wünschenswert das Programm „Respect Coach“ oder ein neues Förderprogramm einzurichten. Die Schulleiterin Frau Christine Preuß bedankte sich für den Besuch von Frau Ataoğlu und betonte, dass alle Anwesenden „ermutigt und gestärkt“ aus dem Treffen gingen und mit neuer Energie auf politische Verantwortliche zugehen würden, um das Programm an nordrhein-westfälischen Schulen behalten zu können. Zur Unterstützung kann eine Online Petition unterschrieben werden